Damit Mädchen leben dürfen!
Lasst Zahlen sprechen!
3-Jahres-Projekt, finanziert aus Erträgen der Rosi-Gollmann-Andheri-Stiftung (s. unter laufende Projekte).
Situation:
12 Jahre bereits kämpft unser indischer Partner, die Association for Rural Development (Vereinigung für dörfliche Entwicklung), überaus erfolgreich gegen die grausame Praxis der Mädchentötung.
Mehr als 100 Dörfer seines Distrikts in Südindien sind inzwischen durch die Unterstützung der Andheri-Hilfe und die Mitarbeit der Bevölkerung „mädchentötungsfrei“.
30, 50 % und mehr der neugeborenen Mädchen wurden früher in diesen Dörfern umgebracht. Grund für die Mädchentötung (female infanticide) ist der drohende finanzielle Ruin der Eltern, wenn bei der späteren Verheiratung der Töchter die Familie des Bräutigams traditionsgemäß eine hohe Mitgift fordert.
Das Programm unseres Partners ist strategisch bestens geplant: Zunächst intensive Begleitung schwangerer Frauen und ihrer Familien, damit auch weibliche Babys „angenommen“ werden. Gleichzeitig geht es um dringend notwendige Denk- und Verhaltensänderungen, um für Mädchen und Frauen ein Umfeld zu schaffen, in dem sie menschenwürdig leben und sich entwickeln können.
30 Dörfer wählte unsere Rosi-Gollmann-Andheri-Stiftung aus, in denen „female Infanticide“ besonders tief verwurzelt war.
Eine zweite dreijährige Projektphase ist zur Erreichung des Projektzieles in diesen Dörfern nötig, mit insgesamt 32.000 € als Finanzvolumen der Stiftung.
Aktueller Projektstand:
31-Seiten umfasst der beeindruckende Projektbericht des Partners mit exakter Abrechnung (der Report kann gern in voller Länge bei uns angefordert werden):
202 aktive Frauengruppen mit 1.618 Mitgliedern,
31 Jugendgruppen mit 1.222 Jugendlichen und
42 Dorf-Komitees mit 935 gewählten Mitgliedern
konnten in den 30 Dörfern aufgebaut werden.
Für sie stehen im Vordergrund dieser 2. Projektphase wichtige problemorientierte Schulungs- und Motivationsprogramme. Es geht um Gesundheitserziehung, um Heranbildung von Helfern für vorschulische Bildung und für Abendschulen, dazu um rechtliche Aufklärung und um Information über Regierungshilfen, z.B. bei Schwangerschaft, Geburt von Mädchen und für deren spätere schulische und berufliche Ausbildung.
Die Erfolge dieser nicht-formalen Bildung sind nicht zu übersehen:
29.000 € an Regierungszuschüssen konnten im Projekt eingesetzt werden.

136.500 € stellten einheimische Banken den bisher als kreditunwürdig geltenden Frauen als Kleinkredite zur Verfügung.
In Familie und Dorf haben jetzt auch Frauen das Recht zur Meinungsäußerung, man hört auf ihre Stimme und viele kandidieren sogar erfolgreich für den Dorfrat.
540 Frauen - bisher unterdrückt und missachtet – haben eine Frauenbank gegründet, die Kleinkredite für Einkommen schaffende Maßnahmen vergibt.
Beeindruckende Zahlen!
Nicht in Zahlen zu fassen sind die Änderungen im Denk- und Verhaltensbereich:
Mädchen werden zum Kindergarten, zur Schule, zur Ausbildung geschickt.
Frauen helfen mit zur Verbesserung des Familieneinkommens und erfahren erstmals Wertschätzung.
Kinderehen, Abtreibungen und Mitgiftforderungen gehören immer mehr der Vergangenheit an.
Unser indischer Partner wurde von der indischen Regierung für „die beste Arbeit in der Bekämpfung von Mädchentötung“ ausgezeichnet.
Amtliche Stellen und örtliche Organisationen nehmen sich dieses unser Pilotprogramm zum Vorbild.

Die wichtigste Aussage im Bericht des Partners betrifft das erreichte Hauptziel:
„Im letzten Halbjahr durften in den 30 Dörfern 84 neugeborene Mädchen überleben. Ohne die gezielte Förderung wären sie zweifellos der grausamen Praxis der Mädchentötung zum Opfer gefallen. Sie leben und zwar voll Hoffnung auf eine tragfähige Zukunft.“
