Wie hält es die Rosi-Gollmann-Andheri-Stiftung mit der ETHIK?
Immer mehr Stiftungsfreunde beschäftigt die Frage nach der ethischen Anlage des Kapitals der Rosi-Gollmann-Andheri-Stiftung. Eine ganz besondere Rolle spielt der verantwortliche Umgang mit den Stiftungsgeldern natürlich für potentielle Erblasser.
Frau S.I. aus S. im Gespräch mit Herrn Dr. Alarich Richter, (Richter a.D., Vorstandmitglied der RGASt):
Ich trage mich mit dem Gedanken, mein Testament zu Gunsten der Rosi-Gollmann-Andheri-Stiftung abzufassen. Mich fasziniert die Vorstellung, dass mein in vielen Lebensjahren erworbenes Vermögen Ertrag bringend angelegt wird und so Jahr für Jahr den Ärmsten der Armen zukommt. Auf der anderen Seite lässt mich die Frage nicht los: Wie wird mein Kapital einmal angelegt? Unterstütze ich evtl. mit Kapitalanlagen der Stiftung ethisch nicht vertretbare Unternehmen, z.B. Rüstungsgeschäfte? Deutschland steht immerhin nach USA und Russland an dritter Stelle als Waffenlieferant!
Dr. R.: Vorstand und Stiftungsrat der RGASt sind sich ihrer Verantwortung voll bewusst. Auf der einen Seite bemühen wir uns im Sinne der Stifter, durch ausgewählte Geldanlagen möglichst hohe Erträge zu erzielen, um mit diesen Beträgen die zugesagten Projekte zu fördern. Andererseits beschäftigt uns aber bei der Neu- oder Wiederanlage von Stiftungsgeldern immer die Frage der sicheren Anlage ebenso wie die der nachhaltigen ethischen Verantwortung.
S.I.: Und wie lösen Sie das Problem, wenn es um diese sicher mitunter schwer miteinander vereinbaren Zielsetzungen geht?
Dr. R.: Wir wissen uns da bei unseren erfahrenen Partnerbanken in guten Händen. Ca. 50 % unserer Gelder sind bei der PAX-Bank, Köln, angelegt. Genossenschaftlich organisiert ist sie sozial und gemeinnützig ausgerichtet. Sie verfügt über einen eigenen Ethik-Kodex, der den Wertvorstellungen unserer Andheri-Hilfe entspricht.
Die andere Hälfte unserer Stiftungsgelder haben wir der WGZ-Bank (Westdeutsche Genossenschafts-Zentralbank) mit Sitz in Düsseldorf zur Vermögensverwaltung anvertraut. Sie ist als genossenschaftliche Bank ebenfalls auf das Gemeinwohl ausgerichtet.
Neben Spar- und Termingeldern sowie Rentenpapieren dürfen nach den Anlagerichtlinien der Rosi-Gollmann-Andheri-Stiftung bis zu 30 % in Aktien angelegt werden. Bei allen Anlageentscheidungen gilt, das Geld sicher anzulegen (positives Rating). Darüber hinaus sind wir bemüht, diese nicht immer leichten Entscheidungen nach ethisch nachhaltigen Kriterien zu treffen. So fördern wir z.B. über ein Mikrofinanz-Zertifikat die Kleinkreditvergabe in armen Ländern.
S.I.: Ist es denn für die Stiftung mit der einmaligen Entscheidung über die Geldanlage getan?
Dr. R.: Keineswegs: Regelmäßig wird der Stand der Anlagen in den Sitzungen des Vorstands und des Stiftungsrates diskutiert. Beide Banken legen mehrmals im Jahr einen aktuellen Bericht vor und mindestens einmal jährlich führen die beiden Gremien unserer Stiftung ein intensives Gespräch mit den Verantwortlichen unserer Vermögensverwaltung.
S.I.: Wie gut zu wissen, dass man sich also auch im Bereich gewissenhafter Geldanlage auf die RGASt verlassen kann.